Operatoric Research Corpus
Studies in World-Formation
Section I
Ontology and Physics
Volume 4
Meta-World Physics – Dark Energy, Vacuum Residues and Structural Limits
Die in diesem Band versammelten Beiträge untersuchen eine grundlegende, in den Naturwissenschaften meist implizit vorausgesetzte Frage: unter welchen Bedingungen kann Welt überhaupt entstehen und bestehen. Ausgangspunkt ist die Beobachtung, dass moderne physikalische Theorien eine außerordentliche formale Präzision erreicht haben, zugleich jedoch häufig voraussetzen, was sie nicht selbst erklären können – nämlich die Stabilisierung von Welt als historisch wirksamen Zusammenhang.
Der Band führt deshalb eine kategoriale Unterscheidung zwischen theoretischer Korrektheit und weltbegründender Fähigkeit (World-Capability) ein. Theorien können intern konsistent, empirisch bestätigt und technisch erfolgreich sein, ohne damit bereits die Bedingungen zu erklären, unter denen Welt überhaupt erscheinen und Wirkung entfalten kann. Diese Differenz bildet den Ausgangspunkt der folgenden Analysen.
Auf dieser Grundlage wird die Frage nach der Richtung der Zeit neu gestellt. Zeit erscheint nicht primär als Parameter physikalischer Prozesse, sondern als Spur irreversibler Weltbindung. Welt entsteht durch Prozesse, in denen Möglichkeit in konkrete Existenz überführt und dadurch unwiderruflich gebunden wird. Die Richtung der Zeit ist Ausdruck dieser Bindung.
Mehrere Beiträge zeigen, wie diese Perspektive zentrale physikalische Konzepte neu lesbar macht. Relativistische Zeitdifferenzen erscheinen nicht als bloße numerische Abweichungen, sondern als irreversible Verschiebungen der Bedingungen, unter denen Welt stattgefunden hat. Weltprozesse können deshalb weder linear noch vollständig reversibel gedacht werden; sie folgen einer gekrümmten Struktur, in der Wiederkehr stets unter veränderten Bedingungen erfolgt.
Vor diesem Hintergrund werden schließlich Grenzen formaler Rekonstruktion sichtbar. Simulationen, Informationsmodelle und künstliche Intelligenz operieren innerhalb rekonstruierbarer Zustandsräume und können deshalb Weltbindung nicht erzeugen, sondern nur ihre Spuren verarbeiten. Auch fundamentale physikalische Grenzen – etwa die Lichtgeschwindigkeit – erscheinen aus dieser Perspektive nicht allein als dynamische Beschränkungen, sondern als strukturelle Bedingungen der Weltverbundenheit selbst.
Der Band versteht sich nicht als Konkurrenz zu physikalischen Theorien, sondern als ontologische Klärung ihrer Voraussetzungen. Er fragt nicht, wie Welt innerhalb bestehender Modelle funktioniert, sondern unter welchen Bedingungen sie überhaupt als Welt auftreten kann.
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Speed, T. (2026). Meta-World Physics – Dark Energy, Vacuum Residues and Structural Limits (Studies in World-Formation, Vol. 4) (Version 1) [Computer software]. Zenodo. https://doi.org/10.5281/zenodo.18984177