Begegnungen mit Gerald Kreutzbruck, der Arbeit von Stanislav Grof und die Untiefen der Psyche des Menschen

Mitte der 90er Jahre lerne ich den Psychotherapeuten und Stanislav Grof Weggefährten Gerald Kreutzbruck kennen, der später in dem Film „Der Fall Wilhelm Reich“ von Antonin Svoboda, die Figur des Sigmund Freud darstellt, mit dessen Originalbrille. Im Grunde längst ein Wiener Original.

Gerald ist für mich eine sehr entscheidende Begegnung, da er über ein unerschöpfliches Wissen bezüglich der menschlichen Seele verfügt, ein echter Kenner der Arbeiten von Reich, Adler und Jung.  Durch ihn komme ich mit der Arbeit des US Psychologen Stanislav Grof in Berührung, dem Begründer der transpersonalen Psychologie. Grof hatte versucht Psychotherapie mit LSD anzugehen und öffnete damit in den USA das Feld zu einem ganzen Fachbereich der Erforschung von anderen Bewusstseinszuständen. 

Für mich ist dies sehr wichtig, weil es mir einen Zugang zum Diskurs über Ordnungsmuster ermöglicht, die entlang subjektiver Prozesse entstehen und dennoch etwas über die Welt und das Erleben der Individuen auszusagen vermögen.

Ich will diese Muster tiefer verstehen, also wie Realität im Menschen entsteht, wie sie sich psychologisch aufbaut. Es geht darum einen Sinn in der Ordnung scheinbar subjektiver Gestaltungsprozesse zu erkennen. Damit diese ernst genommen werden können, somit real werden.

Dem folgen auch künstlerische Arbeiten, viele Zeichnungen, in denen ich versuche das Unbewusste hervor zu holen, in der Absicht dies auf die Gesellschaft anzuwenden, um auf diese Weise die oberflächliche Alltagsrealität mit ihrem Verdrängten zu überwinden.

Dies hat nichts zu tun mit verrückten Psychoexperimenten, sondern es geht ernsthaft darum, Muster zu untersuchen und zu verstehen. Dem folgen Jahre der tiefen Auseinandersetzung mit Psychologie. Ich mache dazu Weiterbildungen. Lerne schließlich über die Jahrzehnte Therapien durchzuführen, erhalte sogar eine staatliche Lizenz, die mir aber nichts nützt, da ich mit der Krankenkasse nicht abrechnen kann, von KundInnen immer nur mit Torten und Eiern bezahlt werde.

Ich denke mir, wenn die Psychologie als Wissenschaft diese inneren Muster ernst nimmt, sie auf das Individuum anwendet, warum dies dann nicht auch auf Gesellschaft bezogen tun? 

Hier also beginnt mein Forschung zu alternativen Mustern einer alternativen Zivilisation und Ökonomie. Ich werde, wie man später sagt, Privatgelehrter. Ich forsche außerhalb jeglicher Einbindung.